Was tun bei einem schlechten Zeugnis?

Schlechtes Zeugnis Jugendcoaching Claudia Pfister

2 Mal im Jahr gibt es in deutschen Schulen Zeugnisse. Für viele Kinder und Eltern ist das ein aufregendes und emotionales Ereignis. Für Eltern ist das Zeugnis ein Hinweis darauf, wie ihr Kind in der Schule zurecht kommt. Für Kinder ist es manchmal eine allumfassende Beurteilung ihrer selbst, die sie sich sehr zu Herzen nehmen.

Kommt unser Kind dann mit einem schlechten Zeugnis nachhause, können wir viel dafür tun, dass das nicht zur Belastungsprobe für die ganze Familie, das Selbstbewusstsein des Kindes und unserer Zuversicht wird.

Ein Zeugnis entscheidet nicht über unser Lebensglück

Zwei 5en im Zeugnis und deswegen beziehungsunfähig? Eine 6 in Englisch und für immer arbeitslos? Übertritt zum Gymnasium nicht geschafft und deswegen nicht studiert? Natürlich nicht, oder?  Wenn wir an unsere eigene Schulzeit zurückdenken, erinnern wir uns sicher daran, dass manches gut lief und Anderes wiederum überhaupt nicht.

Aber ist es wirklich so, dass schlechte Noten uns jemals wirklich daran hindern konnten, etwas zu tun was wir wirklich wollen? 

  • Sprecht mit eurem Kind über eure eigenen Erfahrungen in der Schulzeit und wie ihr euch gefühlt habt
  • Denkt immer daran, dass es Kinder sind die noch ALLE Möglichkeiten haben ihren Weg zu gehen und eine Note kann sie nicht daran hindern
  • Welches Fach macht Deinem Kind Spass? Sport, Kunst, Musik, Ethik, Religion..? alles was Spass macht lernt sich leichter und ist für das Leben genauso wichtig, wie die anderen Fächer

Angst ist keine positive Motivation

Über die letzten Jahre hat sich für Kinder insbesondere in den Grundschulen viel verändert. Der Spass der ersten Schuljahre ist immer mehr dem Leistungsdruck des Übertritts an eine weiterführende Schule geopfert worden. Viele Eltern drängen ihr Kind: Schlechte Noten müssen um jeden Preis vermieden werden. Die Kinder haben Angst vor der Enttäuschung ihrer Eltern, vor dem Urteil der Anderen und haben das Gefühl nicht zu genügen. Ist das motivierend?

Was können Eltern tun um ihre Kinder zu motivieren?

  • gebt eurem Kind in jedem Fall das Gefühl, dass es geliebt und angenommen ist, egal welche Noten es hat
  • schenkt Anerkennung für all die Zeit und den Fleiss, den das Kind in die Schule investiert
  • fragt euer Kind, wie es sich selbst einschätzt, welchen Wunsch es für das jeweilige Fach hat und wie ihr es dabei unterstützen könnt
  • erkennt das `ausreichend` auch oft wortwörtlich zu nehmen ist, manchmal geht einfach nicht mehr

Nicht für die Schule sondern für das Leben

..lernen wir. Das ist ein alter Merksatz, den wir als Kinder sicher auch zu hören bekamen. Er ist immer noch wahr.

In der Schule kann man Vieles lernen, was im Leben wichtig ist. Das bezieht sich nicht nur auf den Unterrichtsstoff, sondern auch auf die vielfältigen sozialen Erfahrungen die Kinder in der Schule machen.
Unsere Kinder dürfen auch lernen, dass eine Enttäuschung, ein Scheitern, ein schlechtes Zeugnis, keine Grund zur Resignation sind. Es sind Lernerfahrungen, die wir auch als Erwachsene machen dürfen und unseren Kindern ein Vorbild sein können.

Fazit:

Lasst euch nicht mitreissen von der Panik anderer Eltern und der Angst und der Sorge um eure Kinder. Ein schlechtes Zeugnis bedeutet nicht, dass euer Kind kein schönes, erfülltes und sinnstiftendes Leben nach seinen Vorstellungen führen kann. Vielleicht dürfen wir in solchen Situationen sogar lernen, dass unser Kind kein Leben nach UNSEREN Vorstellungen führt?

Nehmt eure Kinder an wie sie sind, unterstützt sie wo sie euch brauchen und seht ihre Stärken. So könnt ihr gemeinsam daran arbeiten, dass ein schlechtes Zeugnis nicht für immer die Freude am Lernen zerstört.

Eure Claudia

Kommentar verfassen