Wozu sind Ferien eigentlich da?

Wozu Ferien Jugendcoach Claudia Pfiste

Gestern habe ich meinen 12 jährigen Sohn gefragt, auf was er sich am meisten freue in den Ferien. Seine Antwort kam prompt: “ Da kann ich endlich frei sein und selbst bestimmen, was ich mache! Da gibt es keinen Druck, ich hab meine Ruhe und kann chillen. Ausserdem sind wir dann alle zusammen und das find ich schön“

Da steckte ja einiges drin, in diesen Aussagen.

Unser Gehirn lernt immer, auch in den Ferien

Wir redeten darüber, wie er den Schulalltag empfindet und was eigentlich so anders ist gegenüber den Ferien.
In der Schule müsse er lernen, auch Dinge, die ihn überhaupt nicht interessierten. In den Ferien lerne er auch viele Dinge, zum Beispiel über neue Kulturen, die Natur und andere Menschen. All diese Erkenntnisse könne er sich sehr viel besser merken, als die Dinge, die er in der Schule lernen muss.
Aus der Neuroforschung wissen wir, dass unser  Gehirn alles was emotional geprägt ist, sprich Dinge die uns unter die Haut gehen, viel schneller aufnehmen und verarbeiten kann. Dinge die uns nicht oder wenig interessieren oder uns auf wenig anregende Art präsentiert werden, speichern wir hingegen nur sehr schwer ab.

Eine gemeinsame Urlaubszeit mit neuen Rahmenbedingungen, neuen Menschen, in einer anderen Umgebung oder gar in einem unbekannten Land bietet so viel Anregung und Spass für Kinder, dass das Erlebte und Gelernte schnell ins Unterbewusstsein dringt und haften bleibt. Dabei ist nicht entscheidend, ob man verreist. Schon der deutliche Unterschied zum sonstigen Alltag schafft einen Rahmen für neue Anregung.

Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne

lautet ein altes, chinesisches Sprichwort.

Der Wunsch meines Sohnes nach Ausruhen und Ruhe zeigt mir, dass sein Leben ganz schön vollgepackt ist. Bereits Grundschüler haben heute häufig schon einen hohen Stresslevel. Bei Stress schaltet unser Gehirn in eine Art Überlebensmodus. Entweder rüsten wir zum Kampf oder suchen nach einem Fluchtweg. Gibt es keine Fluchtmöglichkeit, sprich Entspannung, Ruhe, Nachlassen des Drucks, verringert sich unsere Konzentrationsfähigkeit, und durch vermehrt ausgeschüttetes Cortisol können sich negative Gefühle wie Angst und Aggression verstärken. Erwachsene merken meist selbst, wann sie entspannen sollten. Wir meditieren dann zum Beispiel, gehen bewusst in „die Ruhe“ oder nehmen uns bestenfalls regelmäßig kleine Pausen im Alltag. Kinder aber tun so etwas nicht aus Vernunft, sondern eher weil Ihnen etwas im Moment Freude macht. Für sie ist es zum Beispiel aktive Entspannung, wenn sie einfach mal nach Herzenslust durch den Wald tollen können.

Die Ferien sind daher eine Art zwangsverordnete Ruhepause, die Kindern (und Lehrern) ermöglicht, Entspannung und Ausgleich zu finden.

Einmal Festplatte formatieren bitte

Auch in Ruhephasen ist unser Gehirn aktiv und wir reflektieren Vergangenes, Themen oder Auseinandersetzungen, für deren Verarbeitung wir im Alltag keine Zeit hatten. Die Ferien sind somit auch eine Zeit des Aufräumens, Sortieren und Neubewertens. Es ist so ein bisschen wie Formatieren der Festplatte, damit wieder etwas Neues aufgespielt werden kann

Wahrscheinlich stellen viele Eltern einen Plan auf, was wann in den Ferien gelernt werden muss, damit die Kinder am Ball bleiben und sie nichts vergessen. Das halte ich persönlich für nicht richtig, denn so eine Festplatte braucht Zeit, um sich zu formatieren und aufzuladen. Vertraut euren Kindern, dass einfach mal nichts tun meist mehr sein kann, als gezwungenermaßen etwas tun zu müssen. Das belastet das Miteinander, holt Gefühle der Frustration nach oben und bringt im Zweifel gar nichts. Wir sollten eher drauf achten, dass unsere Kinder in die Ruhe kommen und sich wohl und geborgen, statt getrieben fühlen.

Zeit für Familie und Gemeinschaft

Ganz wichtig ist meinem Sohn, dass er mit Familie und Freunden Zeit verbringen kann, Dinge entdecken darf und das Leben spürt. Diese Gemeinschaft ist überaus wichtig und heißt für ihn, leben und unbeschwert sein. Die Familie braucht in den Ferien auch wieder Zeit, um sich neu aufeinander einzustellen. Im hektischen Alltag herrschen andere Regeln und wir haben nicht die Möglichkeit, so viel Zeit miteinander zu verbringen. Urlaub kann auch bedeuten, wieder mehr übereinander und voneinander zu lernen.
Nach einer intensiven Familienzeit, ausgiebigen Entdeckungen und neuen Eindrücken, freut er sich dann nach den Ferien wieder auf all die Freunde und das Miteinander in der Schule.

Fazit:

Ferien sind die Möglichkeit zur Erholung für Körper, Geist und Seele. Sie sind eine Zeit, die wir, die Lehrer und unsere Kinder unbedingt brauchen. Wir können ihnen in den Ferien ermöglichen, frei und weitgehend selbstbestimmt zu leben, ohne Schulstress und Druck. Und was gibt es eigentlich Schöneres, als gemeinsam mit unseren Kindern, die Welt zu entdecken?

Was tun bei einem schlechten Zeugnis?

Schlechtes Zeugnis Jugendcoaching Claudia Pfister

2 Mal im Jahr gibt es in deutschen Schulen Zeugnisse. Für viele Kinder und Eltern ist das ein aufregendes und emotionales Ereignis. Für Eltern ist das Zeugnis ein Hinweis darauf, wie ihr Kind in der Schule zurecht kommt. Für Kinder ist es manchmal eine allumfassende Beurteilung ihrer selbst, die sie sich sehr zu Herzen nehmen.

Kommt unser Kind dann mit einem schlechten Zeugnis nachhause, können wir viel dafür tun, dass das nicht zur Belastungsprobe für die ganze Familie, das Selbstbewusstsein des Kindes und unserer Zuversicht wird.

Ein Zeugnis entscheidet nicht über unser Lebensglück

Zwei 5en im Zeugnis und deswegen beziehungsunfähig? Eine 6 in Englisch und für immer arbeitslos? Übertritt zum Gymnasium nicht geschafft und deswegen nicht studiert? Natürlich nicht, oder?  Wenn wir an unsere eigene Schulzeit zurückdenken, erinnern wir uns sicher daran, dass manches gut lief und Anderes wiederum überhaupt nicht.

Aber ist es wirklich so, dass schlechte Noten uns jemals wirklich daran hindern konnten, etwas zu tun was wir wirklich wollen? 

  • Sprecht mit eurem Kind über eure eigenen Erfahrungen in der Schulzeit und wie ihr euch gefühlt habt
  • Denkt immer daran, dass es Kinder sind die noch ALLE Möglichkeiten haben ihren Weg zu gehen und eine Note kann sie nicht daran hindern
  • Welches Fach macht Deinem Kind Spass? Sport, Kunst, Musik, Ethik, Religion..? alles was Spass macht lernt sich leichter und ist für das Leben genauso wichtig, wie die anderen Fächer

Angst ist keine positive Motivation

Über die letzten Jahre hat sich für Kinder insbesondere in den Grundschulen viel verändert. Der Spass der ersten Schuljahre ist immer mehr dem Leistungsdruck des Übertritts an eine weiterführende Schule geopfert worden. Viele Eltern drängen ihr Kind: Schlechte Noten müssen um jeden Preis vermieden werden. Die Kinder haben Angst vor der Enttäuschung ihrer Eltern, vor dem Urteil der Anderen und haben das Gefühl nicht zu genügen. Ist das motivierend?

Was können Eltern tun um ihre Kinder zu motivieren?

  • gebt eurem Kind in jedem Fall das Gefühl, dass es geliebt und angenommen ist, egal welche Noten es hat
  • schenkt Anerkennung für all die Zeit und den Fleiss, den das Kind in die Schule investiert
  • fragt euer Kind, wie es sich selbst einschätzt, welchen Wunsch es für das jeweilige Fach hat und wie ihr es dabei unterstützen könnt
  • erkennt das `ausreichend` auch oft wortwörtlich zu nehmen ist, manchmal geht einfach nicht mehr

Nicht für die Schule sondern für das Leben

..lernen wir. Das ist ein alter Merksatz, den wir als Kinder sicher auch zu hören bekamen. Er ist immer noch wahr.

In der Schule kann man Vieles lernen, was im Leben wichtig ist. Das bezieht sich nicht nur auf den Unterrichtsstoff, sondern auch auf die vielfältigen sozialen Erfahrungen die Kinder in der Schule machen.
Unsere Kinder dürfen auch lernen, dass eine Enttäuschung, ein Scheitern, ein schlechtes Zeugnis, keine Grund zur Resignation sind. Es sind Lernerfahrungen, die wir auch als Erwachsene machen dürfen und unseren Kindern ein Vorbild sein können.

Fazit:

Lasst euch nicht mitreissen von der Panik anderer Eltern und der Angst und der Sorge um eure Kinder. Ein schlechtes Zeugnis bedeutet nicht, dass euer Kind kein schönes, erfülltes und sinnstiftendes Leben nach seinen Vorstellungen führen kann. Vielleicht dürfen wir in solchen Situationen sogar lernen, dass unser Kind kein Leben nach UNSEREN Vorstellungen führt?

Nehmt eure Kinder an wie sie sind, unterstützt sie wo sie euch brauchen und seht ihre Stärken. So könnt ihr gemeinsam daran arbeiten, dass ein schlechtes Zeugnis nicht für immer die Freude am Lernen zerstört.

Eure Claudia

So arbeite ich als Jugendcoach

Jugendcoach Claudia Pfister

Ich bekomme oft Fragen von Eltern, wie so ein Coaching mit Kindern und Jugendlichen überhaupt abläuft, bzw. was ich denn da überhaupt `mache`.

Gerne greife ich das auf. Bitte schickt mir eure Fragen und Themen. Künftig werde ich in regelmässigen Abständen über meine Arbeit, die Herausforderungen der jungen Menschen und die vielen positiven Erlebnisse und Veränderungen schreiben.

Ist das wirklich mein Kind?

Letzte Woche hatte ich einen 14jährigen Jungen bei mir. Seine Mutter sagte mir, er leide sehr in der Schule unter seinem mangelnden Selbstbewusstsein.
Herein kam ein selbstbewusster, junger Mensch, der klar und direkt im Gespräch agierte. Ich kann mich nicht erinnern, mit 14 Jahren schon so selbstsicher gewesen zu sein.
Der Junge kam bei mir ganz anders rüber als er offensichtlich bei seinen Eltern ankommt
Woran liegt das ?

Interesse an anderen Perspektiven und Zeit zum Zuhören

Jeder Mensch ist einzigartig, hat eigene Werte, Motive und Weltanschauungen. Für mich ist es immer unglaublich interessant, die Welt des Menschen, der zu mir kommt, kennenzulernen. Um einen Zugang zu dieser Welt zu bekommen, höre ich hauptsächlich zu und frage nach. Was bewegt diesen Menschen? Was begeistert ihn, was sind seine Wünsche und was bereitet ihm Sorgen? Ich spüre, wie wichtig es vor allem für Kinder und Jugendliche ist, mit all diesen Themen ernst genommen zu werden.

Im Gespräch mit dem Jungen kam schnell heraus, dass ihm nicht sein mangelndes Selbstbewusstsein oder der Schulstoff Schwierigkeiten bereitete. Seine grosse Herausforderung war es, sich selbst zu organisieren. Wann er welche Schulaufgaben schreibt und welche Dinge bis zu welchem Termin erledigt sein müssen – das schien ihn zu überfordern. Oft war er bei Prüfungen daher nicht vorbereitet, vergass Hausaufgaben und bekam schlechte Zensuren. Hinzu kam, dass er sich mit diesen Dingen allein gelassen fühlte, da seine Mutter berufstätig ist und ihn zuhause nicht unterstützen konnte.

Vertrauen und Zufriedenheit

So wie jeder Mensch seine eigene Weltsicht hat und in der für ihn besten Absicht handelt, so glauben wir oft auch, dass unsere persönliche Anschauung auch die beste für ALLE ist. Als Eltern sind wir versucht unsere eigene Sicht der Dinge auch bei unseren Kindern vorauszusetzen. Das ist aber nicht unbedingt der Fall und wenn wir allzu sehr darauf beharren, dass nur wir wissen wie es richtig ist, dann sind Konflikte, Missverständnisse und Vertrauensverlust die Folge.

Versuchen wir doch, unseren Kindern mehr zu vertrauen, in ihren Schuhen zu gehen und zuzulassen, dass auch andere Wege zum Ziel führen können.
Die Mutter des Jungen ist davon ausgegangen, dass ihr Sohn ohne Unterstützung mit der Organisation der schulischen Arbeiten zurecht kommt. Die schlechten Zensuren und vergessenen Schulaufgaben schrieb sie dem mangelnden Selbstbewusstsein oder der Schüchternheit des Jungen zu. In unserer Arbeit miteinander, hat sie ihren Sohn wieder neu kennengelernt. Wir haben besprochen, wie sie ihn trotz ihrer häufigen Abwesenheit zuhause unterstützen kann.
Ein Kalender an der Zimmertür, den Mutter und Sohn gemeinsam mit den wichtigen Terminen befüllen und die regelmässige, liebevolle Erinnerung an die anstehende Vorbereitung auf die bevorstehenden Termine waren die einfachste Lösung.
Ihr Sohn versprach, sich die Termine in der Schule in einem dafür vorgesehenen Heft zu notieren.

Schatzsucher statt Punktrichter

Eine gute Freundin von mir hat mir vor langer Zeit gesagt, dass Sie bewundere, dass ich Menschen nicht bewerte. Das ist heute ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit als Coach.

Unsere persönliche Weltanschauung beinhaltet auch unsere persönlichen Werte, die uns wichtig sind. Diese sind der Maßstab für die Bewertung von `richtigem` und `falschen` Verhalten und verleiten uns auch oft dazu, andere Menschen nach unseren Maßstäben zu bewerten.

Ich begleite meine Coachies dabei, ihre eigenen Werte zu entdecken und gehe mit ihnen auf Schatzsuche zu ihren inneren Motiven. Auf dieser spannenden Reise verstehen sie dann, weshalb sie sich so verhalten und denken und ihre Eltern vielleicht anders.
Sie fangen an sich selbst zu akzeptieren und zu mögen.

Im Falle des 14-jährigen Jungen haben wir gemeinsam entdeckt, dass er am meisten Freude und Motivation in der Zusammenarbeit mit anderen entwickelt. Als Teamplayer bekommt er produktive Anregung im Kontakt mit anderen Menschen. Da er zu Hause mit Niemandem lernen konnte, überlegten wir gemeinsam, ob das in einer Gruppe mit Gleichaltrigen oder auch Älteren möglich wäre. Schnell fand sich ein Klassenkamerad, der in einigen Fächern mit ihm zusammen lernen wollte. So waren beide motiviert und hatten auch noch Spaß beim Lernen

Mit den gefundenen Lösungen waren alle einverstanden und glücklich.

Der Junge spürte, dass seine Mutter ihm vertraute und ihn sogar unterstützte und das stärkte sein Selbstbewusstsein.

Fazit

In meinem Coaching geht es sehr stark um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Potentiale. Und zwar sowohl bei den Eltern, als auch bei den Kindern. Ich bekomme oft das Feedback, dass die Coachies in relativ kurzer Zeit, in etwa 2-3 Sitzungen eine neue, innere Haltung annehmen. Sie verstehen sich selbst besser und mögen sich mehr. Dann passiert meist etwas Tolles: sie können ihr Verhalten in bestimmten Situationen ändern, andere Perspektiven und Gedanken zulassen und damit wieder glücklicher und zufriedener werden.

Eure Claudia

War der Artikel für euch hilfreich? Habt ihr weitere Fragen zu meiner Arbeit? Ich freue mich über euer Feedback !

Potentialentfaltung – was wir alleine nicht schaffen das schaffen wir dann zusammen

Falter-Potentialentfaltung

Seit Jahren kennen wir die Prognosen: immer weniger junge Erwerbsfähige werden in den Arbeitsmarkt hineinwachsen und Ältere ihn zunehmend dominieren. Bis 2025 wird die Zahl der Erwerbsfähigen im Alter von 15 bis 70 Jahren von 54,9 Millionen auf 51,2 Millionen zurückgehen (Quelle:BBSR) Die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland wird dann über 47 Jahre alt sein.

Unsere Kinder erwartet eine Welt mit vollkommen neuen Herausforderungen und wir sollten sie darauf vorbereiten. Alt und jung müssen Hand in Hand leben können, kulturelle, soziale und religiöse Vorbehalte und Unterschiede überwunden und neue Formen des Zusammenlebens auf unserem Planeten erprobt werden.

Potentialentfaltung ist der Weg zu einem fundamentalen Kulturwandel, von dem alle Menschen profitieren.

Schätze bergen und teilen

Jeder von uns kann etwas besonders gut. In jedem steckt ein einzigartiger Schatz, den es zu bergen gilt. Wenn wir unsere Talente  geschickt in Kooperationen nutzen, können wir als Teams viel mehr erreichen, als jeder für sich alleine.

Was wäre, wenn wir herausfinden, was in uns steckt und wenn wir alle nur das tun würden, was wir am besten können?

Welche Welt könnten unsere Kinder entdecken, wenn wir ihnen alle Chancen geben würden, ihre eigenen Potenziale zu entfalten ?

Plötzlich würden wir alle nicht mehr „arbeiten“, sondern nur das machen, was wir wirklich gut können und dabei auch noch Spaß haben.

Ich frage mich: Weshalb fangen wir nicht gleich damit an?

Wir alle wollen irgendwo dazugehören, verbunden sein. Wir haben daher gelernt, uns anzupassen und am besten nicht aufzufallen. Wenn ich etwas anders als Andere machen wollte, habe ich oft Merksätze wie: “ Das Leben funktioniert eben so,..“ oder  “ das Leben ist kein Ponyhof “ gehört . Daraus spricht die Angst vor Veränderung und dem Ungewissen. Oft halten uns diese Glaubenssätze davon ab, das gefühlt Richtige zu tun. Wir verharren im `Nichts-Tun` weil uns das ungefährlicher erscheint.

Das neue Buch von Prof. Dr. Gerald Hüther`Etwas mehr Hirn bitte` hat mich wieder mal sehr inspiriert:

  • Unser Hirn kann so viel mehr, als wir uns vorstellen können
  • Wir können jeden Tag anfangen, umzudenken, neue Wege gehen und neu denken
  • Unser Hirn verbraucht viel Energie wenn wir eine Änderung vornehmen und deshalb bleiben wir einfach gern im alten „Muster“ hängen

Familie als Ort des Entdeckens und Gestaltens

“ Der wichtigste Ort, an dem junge Menschen all jene Erfahrungen sammeln, die darüber bestimmen, ob sie sich später im Leben etwas zutrauen, ob Sie ihre angeborene Freude am eigenen Entdecken und Gestalten, am Lernen und am ihrer eigenen Weiterentwicklung nicht verlieren und ob Sie in der Lage sind, sich gemeinsam mit anderen die Welt zu erschließen und Verantwortung für diese Welt zu übernehmen, ist die Schule.
Was wir ihnen dort bieten müssen, sind Herausforderungen, an denen sie wachsen können, Gemeinschaften in denen sie sich geborgen fühlen und Vorbilder, die ihnen helfen, die in ihnen angelegten Potenziale zu entfalten.“ (Gerald Hüther)

Schaffen wir doch unseren Kindern weitere Orte, wo sie sich in Teams ausprobieren können, ohne gleich verurteilt zu werden: Zuhause und in der Familie.

Es ist ok, wenn euer Kind eine andere Meinung hat. Es ist gut, wenn es Dinge anders anpackt als Du. Es kann wahrscheinlich auch Sachen, die Du nicht so gut kannst. Vielleicht kannst Du von Deinem Kind auch etwas lernen?

Werden wir uns wieder mehr über unsere eigenen Werte bewusst und vermitteln sie durch Vorleben unseren Kindern. Ganz ohne die Absicht zu haben, dass sie es exakt so machen wie wir. Jeder Mensch, ob groß oder klein, hat andere Fähigkeiten und andere Interessen und das ist gut so. Deshalb ist die Gemeinschaft so wichtig, denn nur zusammen können wir Dinge erreichen, Probleme lösen, dafür Sorge tragen, dass wir glücklich sind.
Wenn wir uns mit den Menschen umgeben, die uns inspirieren, fordern und fördern, wachsen wir über uns hinaus. Das sehe ich gerade überall in meinem Umfeld.

Eure Claudia

Wie fördert ihr die Potentiale eurer Kinder ? Welche Ideen habt ihr dazu für den Schulalltag ? Wie steht es mit eurer eigenen Teamfähigkeit? Freue mich auf Austausch :-)

Macht mehr Fehler, sonst lernt ihr nichts

Fehler-machen

Letzte Woche habe ich einen Vortrag in der Schule gehalten. Da ging es vor allem um das Thema Motivation bei  Grundschülern und das Fehler-machen-dürfen. Es entstand eine große Diskussion darum, ob wir Fehler machen dürfen oder auch sogar Fehler zugeben dürfen.

Scheitern macht schlau

Kleine Kinder haben großen Spaß dabei, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Sie probieren etwas so lange, bis es funktioniert. Wenn sie beim Laufen hinfallen, freuen wir uns wenn sie aufstehen und wenn sie beim Sprechen die Worte verwechseln, dann loben wir sie, dass sie es überhaupt versuchen. Sobald sie aber in die Schule kommen, lernen sie, dass Fehler unerwünscht sind. Etwas falsch machen bedeutet, eine Schwäche zu haben, danach bewertet und beurteilt zu werden.

Es gibt keine Fehler, sondern nur Feedback

So lautet eine Grundannahme im NLP. Weder der Herzschrittmacher noch das Penicillin würden existieren ohne Fehler. Entscheidend ist, dass Fehler uns helfen, etwas zu lernen und uns zu entwickeln. Wenn etwas nicht funktioniert, versuche etwas Anderes. Unser Gehirn bildet bei jedem Fehler und den daraus gezogenen Schlüssen neue Verschaltungen, sogar bis ins hohe Alter. Durch Fehler sammeln wir Erfahrungen. Wenn etwas dann funktioniert wie es soll, sind wir noch motivierter und machen weiter.

Ich finde es wichtig, dass wir das Wissen um die Wichtigkeit von Fehlern in unserem Leben und unserem Umgang miteinander mehr wertschätzen. Fehler machen ausdrücklich erlaubt !

Anderen Fehler zugestehen

Alle Menschen machen Fehler. Auch die Lehrerin oder der Lehrer, auch unser Vorgesetzter, unsere Freunde, unsere Kollegen und unser Partner. Wenn wir wollen, dass sich unsere Fehlerkultur ändert, dann können wir selbst dazu beitragen.

  • Lobt euch selbst für eure Fehler. Vielleicht habt ihr heute einen besonders tollen Fehler gemacht. Fragt euch Abends, was ihr am heutigen Tag daraus gelernt habt.
  • Gesteht euren Mitmenschen Fehler zu. Geht freundlich mit ihnen um, auch wenn etwas schief geht. Manchmal ist auch hier ein Lob angebracht: `Ich finde es toll, wie Du das machst ! `  oder `Gut, dass Sie gleich gesagt haben, was passiert ist`
  • Verurteilt nicht die Fehler, sondern untersucht die Gründe. Schaut hinter das Offensichtliche und verurteilt nicht sofort.

Ich lerne jeden Tag mit und durch meine Kinder

Gestern war ich mit meinen Jungs im Kletterpark und ich wollte zum ersten Mal klettern; mit Karabiner Sichern, Entsichern, Sichern – der eine oder andere weiß, wovon ich spreche.
Als gute Mutter habe ich mich hinter meinen jüngeren Sohn eingereiht,um ihm helfen zu können, falls er Unterstützung benötigt. Gleich beim ersten Kletter-Pfad habe ich mich etwas ungeschickt beim Sichern und Entsichern angestellt. Prompt bin ich nicht weitergekommen und die wartende Schlange hinter mir wurde länger und länger. Mein älterer Sohn gab dann von unten Anweisung mit den Worten, „Mami, bleib jetzt ganz ruhig und mach eines nach dem anderen…“, bis ich die Entsicherung wieder drauf hatte und hinter meinem Jüngsten hinterher klettern konnte. Der wiederum hatte dann nur noch zu sagen, dass es doch ganz klar sei, “ manche Dinge könnt ihr Erwachsenen besser und manche Dinge eben wir Kinder“

Mein Fehler, möglichst schnell hinter meinem Sohn zu klettern und dabei zu vergessen, für mich zu sorgen, hat alle hinter mir warten lassen…

Gelernt habe ich, dass meine Kinder schon ganz schön viel können und wenn es darauf ankommt, sogar uns Eltern den richtigen „Klick“ zeigen können :-)

Mein Fazit:

Nur wenn wir unsere Kinder ausprobieren lassen und erforschen lassen und dabei Fehler machen lassen, werden sie stark. Sie dürfen lernen die Enttäuschungen auszuhalten, die manchmal mit Fehlern verbunden sind. Wir selbst sind dabei Vorbild. Wir können vorleben, wie wir mit unseren Fehlern umgehen, dass wir uns und Andere nicht dafür verurteilen und dass sie uns ermutigen es noch mal zu versuchen. Wenn wir unseren Kindern positives Feedback vor allem für das was sie ausprobieren und richtig machen geben, dann fördern wir ihre Eigeninitiative, ihren Lebensmut und ihr Vertrauen in ihre eigenen Potentiale.

Eure Claudia

Wie geht ihr mit euren Fehlern um? Welche Anregungen hast Du, um Kinder zum Ausprobieren und Fehler machen zu ermutigen? Ich freue mich sehr über Dein Feedback in den Kommentaren

Was unsere Sprache über unsere innere Haltung aussagt

Kommunikation

Kommunikation mit Kindern

Wenn unsere Kinder noch Babys sind, dann reagieren sie auf den Klang unserer Stimme, auf unseren Gesichtsausdruck beim Sprechen und auf unsere Berührungen und Gesten. Das Baby selbst, kann sich nur über seinen Körper und Laute verständigen. Das ist ungewohnt und wir fragen uns oft, was das Baby denn jetzt will, wenn es schreit. Wir können seine ersten Worte kaum erwarten, weil wir glauben, dass die Verständigung dann einfacher wird.


Die Sprache ist natürlich im ersten Moment immer ein Hindernis für die Verständigung. Marcel Marceau (*1923) 

Nun ja, wir wissen wie es weiter geht mit der Sprache, dem Verstehen und der Verständigung zwischen Eltern und Kindern. Da geht schon vieles schief. Wir benutzen Worte und Floskeln oft unbedacht. Auch können Worte mehr verletzen, als wir glauben. Unsere Kinder hören genau WAS und WIE wir etwas sagen.

Macht euch schon mal fertig

Wenn ich das zu meinen Jungs vorm Zubettgehen sage, dann drehen sie oft noch mal richtig auf und streiten sich, dass die Fetzen fliegen. Das muss ich nicht verwunderlich finden, denn sie haben meine Aufforderung sehr wörtlich genommen. Dabei habe ich lediglich die faule Abkürzung benutzt für “ Zieht bitte euren Schlafanzug an, putzt die Zähne und danach lesen wir noch gemeinsam die Geschichte zu Ende“

Warum sagen wir nicht klar, was wir wollen? Wenn wir uns immer verschlüsselt ausdrücken, weiss unser Gegenüber nicht, was wir meinen. Daraus entstehen Missverständnisse.

Du!  Du! Du!

„Du könntest endlich mal Dein Zimmer aufräumen! “

Puh – diese Situation ist ein Klassiker. Unterschiedliche Ordnungs- und Sauberkeitsbedürfnisse führen gerne zu Konflikten in der Familie. Statt beschuldigenden Du-Aussagen, sollten wir Ich-Botschaften formulieren. Ich-Botschaften bringen Gefühle und Wünsche zum Ausdruck, vermeiden Streits und sorgen für ein tolerantes Miteinander.

“ Ich würde mich total freuen, wenn Du ein wenig Ordnung in Deinem Zimmer machst. Wenn Du Hilfe brauchst, bin ich dabei “

Eine respektvolle und liebevolle Sprache bewirken höflichen Umgang untereinander. Wir dürfen unseren Kindern früh beibringen, dass sie mit der Sprache viel bei Anderen auslösen können und deshalb dürfen wir als Vorbilder voran gehen.

Das Wissen darum, dass die Eltern meinen, was sie sagen, und sagen, was sie meinen, ist eines der besten und langlebigsten Geschenke, das wir unseren Kindern machen können.
(Jesper Juul)

Kommunikation mit Kindern

Dürfen statt Müssen

Die Sprache hat unmittelbaren Einfluss auf unsere innere Haltung und unsere Gefühle. Konjunktive wie „ich könnte“, „ich müsste“, „ich würde“, etc. strahlen eine unsichere Haltung aus und kommen beim Gegenüber auch so an, wenn auch unbewusst.

“ Ich müsste mal wieder Sport machen“  oder “ Ich will wieder Sport machen“ Nach welchem Satz bist Du motiviert ins Tun zu kommen und zu sporteln?
Das gilt auch für unsere Kinder: „ich muss noch lernen“ oder “ ich darf noch etwas lernen“ – das hat eine andere Ausstrahlung.
Beim „Dürfen“ wird eine positive Einstellung sowie eine neue Möglichkeit eröffnet. Wenn wir das Gefühl haben, etwas tun zu müssen, empfinden wir hingegen Ablehnung.

Wenn in der Schule etwas Neues unterrichtet wird, wird allein durch den Satz, “ heute wird es besonders spannend und ganz leicht “ eine positive emotionale Haltung ausgelöst und die Kinder werden viel leichter lernen wollen, als wenn der Satz lautet: “ was wir heute machen, ist echt schwierig…“

Aus der Neuroforschung wissen wir, dass Kinder am besten an Aufgaben wachsen können, die ihre Neugier und Lust am Lernen erhalten.

 

Eltern sind auch in der Kommunikation Vorbild

Eine positive innere Haltung drückt sich dadurch aus, wie ein Mensch über sein Leben denkt, über andere Menschen denkt, wie seine eigene Welt sich für ihn anfühlt.  Ob wir das Glas als halb voll, oder halb leer betrachten, drückt sich auch in unserer Sprache aus. Unsere Kinder hören uns zu, beobachten uns und ahmen uns nach. Wenn wir ihnen eine positive Haltung gegenüber dem Leben mitgeben wollen, dann können wir damit anfangen, auf eine respektvolle, wertschätzenden und klare Kommunikation zu achten.

Eure Claudia

Wie läuft es so in der Kommunikation mit euren Kindern? Ich freue mich auf Dein Feedback in den Kommentaren !

Die #dclass conference in Berlin

#dclass 2015 - "new education for a new economy" - Trailer from crowdlove on Vimeo.

Neue Bildungswege für eine neu zu überdenkende Wirtschaft.
Wie und wofür lernen und arbeiten wir heute und in Zukunft?

Anfang dieses Jahres fand diese tolle Konferenz in Berlin statt.

Menschen von 12 bis 92 Jahren sprachen über alternative Wege zu lernen, Neues zu Entdecken und unsere Welt und Gesellschaft mit zu gestalten. Die Veranstaltung wurde komplett über Sponsoren und Freiwillige getragen; alle Kosten waren transparent.

 

Ich finde das so inspirierend, dass ich eine solche Veranstaltung für München plane.

Was sind eure Ideen und Wünsche dazu?

Wen würdet ihr dort sehen wollen ?

Kennst Du Dein eigenes Genie schon ?

IchBinOkay_Genie

Menschen und ihr Verhalten lagen mir schon immer am Herzen. Schon als Jugendliche habe ich versucht, ein Buch über „den Menschen“ zu schreiben. Viel weiter als Überschrift und Einleitung bin ich nicht gekommen, da ich bis heute mit meiner Beobachtung und Analyse so beschäftigt bin, dass das Buch wohl erst in ein paar Jahren geschrieben wird.

Von Kindern lernen

Zwischenzeitlich konnte ich durch meine Kinder so viel Neues über mich und mein Verhalten erfahren. Mehr und mehr erkenne ich, dass wir Erwachsenen und Eltern uns viel mehr von den Kindern abschauen können, statt Ihnen ständig erklären zu wollen, wie unser Leben funktioniert.

Mein Schlüsselerlebnis hatte ich, als mein damals 2,5 jähriger Sohn auf die Frage: „sag mal, mein kleiner Schatz, wo kommst denn du eigentlich her“? mit großen Augen antwortete: „Ja Mami, weißt du das denn gar nicht? Wir sitzen alle oben auf dem Mond und wenn es Zeit ist, runter zukommen, suchen wir euch aus und kommen zu euch.“

Ab diesem Zeitpunkt hat sich an meinem Denken geändert und auch wenn man nicht an Übersinnliches oder Ähnliches glaubt, so bin ich immer mehr davon überzeugt, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir mit bloßem Auge nicht immer sehen können.

In jedem von uns steckt ein Genie

Und so verhält es sich auch mit den eigenen Fähigkeiten. Oft geraten diese in Vergessenheit, weil vermeintlich andere Dinge wichtiger sind, sie werden abtrainiert, weil andere sie nicht für gut befinden oder wir sind so abgelenkt vom Leben. Und somit treten diese Potentiale gar nicht zum Vorschein.
Ich finde, es macht das Leben so viel leichter, wenn wir wieder herausfinden, wer wir eigentlich sind, was uns ausmacht und welche besonderen Fähigkeiten wir haben. Denn in jedem von uns steckt ein kleines Genie und will hervor geholt werden. Und stellt euch eine Welt vor, in der jeder das macht, was er am besten kann und dabei auch noch Freude und Spaß hat und das auch ausstrahlt. Als Coach habe ich einige Methoden kennengelernt und entwickelt, um viele Menschen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und auszubauen.

Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Im Laufe meiner Tätigkeit als Jugendcoach hat sich immer mehr heraus kristallisiert, dass ich schnell eine Beziehung zu Jugendlichen und jungen Menschen aufbauen kann, sehr gut zuhören kann und somit oft auch ein Sprachrohr in Richtung Eltern bin. Ich habe festgestellt, dass es eine sehr große Sehnsucht bei den Eltern gibt, ihre Kinder besser zu verstehen. Dennoch versuchen sie immer wieder, ihre eigene Erfahrung und ihre Art des Lebens auf das ihrer Kinder zu stülpen. Mit dem Erfolg, dass sowohl die Kinder resignieren, die Eltern noch hilfloser sind und die Beziehung zu den Kindern verloren geht.
Ich erlebe oft junge Menschen ohne Perspektive und Zuversicht, das Richtige für sich selbst zu finden, weil es nicht in die Gesellschaft passt, weil sie sich als Objekte von fremden Erwartungen fühlen.

Meine Mission als Jugendcoach ist es, den jungen Menschen sowie den Eltern wieder Zuversicht zu geben, dass sie auf ihre eigenen Fähigkeiten vertrauen können, um die Ziele, die sie wieder lernen zu formulieren, spielend und mit Spaß zu erreichen.

Was hast Du für Erfahrungen gemacht? In welchen Zwängen fühlst Du Dich vielleicht noch? Warum lässt Du Dein Genie noch nicht hervor treten?
Ich freue mich auf Deinen Kommentar und Anregungen!

Eure Claudia